Die Bambusschule e.V.
Kopfbild - lernender Junge und lächelndes Mädchen
Bildung ist nicht alles - aber ohne Bildung ist alles nichts!

Warum gerade Laos ?

Nach den ersten Besuchen in den Bergdörfern von Nordlaos hatten wir das Bedürfnis, zu „helfen“ – bloß wie?
In vielen Gesprächen mit Bürgermeistern und Dorfältesten wurde dann bald klar, was allen das größte Anliegen war: eine Schule für die Kinder.

Der Bürgermeister eines Hmong Dorfes brachte es auf den Punkt, als er sagte: “Wir haben hier in Ban Houay Lor eigentlich alles, was wir zum Leben brauchen: gutes Quellwasser, Obst, Gemüse, Schweine, den Wald... aber unsere Kinder lernen nichts!“



Sollen die Kinder der Bergvölker eine Chance haben, an ihrer Zukunft aktiv mitgestalten zu können, müssen sie ein Mindestmaß an Bildung bekommen.

Sie werden nicht mehr selbstverständlich die Lebensweise ihrer Eltern fortsetzen können und oft auch gar nicht wollen. Jede Berührung mit der Welt außerhalb ihrer Dörfer weckt den Wunsch nach Teilhabe an dieser Welt – ohne Bildung ist das unmöglich.

Wenn die Tochter eines Reisbauern ihr Wahlrecht ausüben will, muss sie lesen können; will der Sohn des Dorfschmieds Automechaniker werden und in der Stadt leben, braucht er ein Schulzeugnis.

Wir haben nach einer Form der Hilfe gesucht, die den „Geholfenen“ eine breite Basis für die eigenen Ziele und Möglichkeiten bietet – im Bau von Grundschulen glauben wir, sie gefunden zu haben.
Laos ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Erde.

Das schlägt sich natürlich auch auf dem Bildungssektor nieder: die Alphabetisierungsrate ist niedrig, nur zwei Drittel der Männer und ein Drittel aller Frauen über 15 Jahre können lesen und schreiben.

Nicht einmal die Hälfte aller Laoten haben je eine Schule besucht und zwei Drittel der Kinder brechen sogar ihren Grundschulbesuch ab, um für die Familie Geld zu verdienen.

Wohlgemerkt – dies sind Durchschnittswerte für ganz Laos, im bergigen Norden sind die Verhältnisse noch viel schlechter!

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Laos wird sich verändern, ganz ohne Zweifel, und mit Verzögerung wird die Globalisierung auch die letzten Dörfer erreichen und über Jahrhunderte gewachsene Strukturen werden ihre Funktionen einbüßen und an Bedeutung verlieren.

Man mag es bedauern, wenn Traditionen verloren gehen, wenn spezifische Volkstrachten einer einheitlichen Jeanskultur weichen, wenn Bambusdächer Wellblech Platz machen – aufzuhalten ist dieser Prozess nicht.



Der Verlust von „Ursprünglichkeit“ wird bezeichnenderweise von denen bedauert, die über die Annehmlichkeiten einer technisierten Gesellschaft längst selbstverständlich verfügen: die wassertragende Frau ( 2 Eimer a 10 l an einer Bambusstange über den Schultern) und der Junge hinter seinem den Holzpflug ziehenden Wasserbüffel – sie machen sich gut auf Photos. Was dabei nicht zu sehen ist: die Frau hat gute Chancen auf ein Rückenleiden, der Junge hat keine auf eine Schulbildung.

„Entwicklungshilfe“ ist ein schwieriges Thema. Wer definiert die Ziele? Welche Abhängigkeiten entstehen? Wohin fließen die Mittel wirklich?

Auch die sogenannte „Hilfe zur Selbsthilfe“ findet keine befriedigende Antworten auf diese Fragen; in der Praxis vor Ort sehen die Effekte häufig ganz anders aus, als an den grünen Tischen der Geberländer in „Masterplänen“ und „Strategiepapieren“ von „Experten“ eloquent formuliert.

Es ist wohl ähnlich wie mit einem Medikament: neben der Wirkung taucht stets eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen auf: der neue Tiefbrunnen senkt den Grundwasserspiegel noch weiter ab, die solide Betonbrücke über den Fluss macht die Familien der Bootsleute arbeitslos...