GeographischesHier einige Eckdaten zum Land unseres Wirkens: Offizielle Bezeichnung:
| Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao
| Motto:
| Frieden, Unabhängigkeit, Demokratie, Einigkeit und Wohlstand
| Amtssprache:
| Lao | Hauptstadt:
| Vientiane
| Staatsform:
| Sozialistische Volksrepublik
| Staatsoberhaupt:
| Präsident Choummaly Sayasone
| Regierungschef:
| Bouasone Bouphavanh
| Fläche:
| 236.800 km² | Einwohnerzahl:
| 6,1 Mio.
| Bevölkerungsdichte:
| 26 Einwohner pro km²
| BIP/Einwohner:
| 428 US $ (2004)
| Währung:
| Kip (9.600Kip=1 US $)
| Unabhängigkeit
| 19. Juli 1949 von Frankreich |
Laos liegt auf der Indochinesischen Halbinsel und grenzt an Thailand, Myanmar, China, Vietnam und Kambodscha. Das Land hat - als einziges in Südostasien – keinen Zugang zum Meer. Laos lässt sich morphologisch in 2 Teile gliedern: 9/10 des Landes sind gebirgig mit Höhen bis zu 2.800m, der Rest besteht aus dem Tiefland im Südwesten.
Der Mekong ist bei weitem der bedeutendste Fluss; in Tibet entsprungen, berührt er Laos über eine Strecke von 1898 km und entwässert das Land ins Südchinesische Meer. Die Hauptstadt Vientiane und das kulturhistorisch sehr bedeutende Luang Prabang (Weltkulturerbe) liegen an seinem Ostufer.
Etwa 50% des Landes sind – noch – bewaldet, ca. 8% gelten als Urwald. In Laos wird großflächig abgeholzt, hinzu kommt die weit verbreitete Brandrodung zur Gewinnung neuer Ackerflächen; beides führt zu gravierenden Umweltschäden. So ist es gebietsweise schon zu alarmierenden Grundwasserabsenkungen gekommen und 1996 zählte man 68 Tierarten zu den vom Aussterben bedrohten. Inzwischen sind zwar 14% des Landes unter Schutz gestellt, aber ob das der wachsenden Nachfrage nach Ackerflächen und Holz standhalten kann, bleibt abzuwarten. Noch gelten langfristige Verträge mit ausländischen Industrien (z. B. Japan); derzeit wird der jährliche Waldverlust auf ca. 300.000 ha geschätzt.
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Klima Das tropische Klima mit hohen Temperaturen wird stark von den Monsunen bestimmt und unterliegt wegen der beträchtlichen Höhendifferenzen starken Schwankungen. Bei Südwestmonsun in der Zeit von Mai bis Oktober fällt durchschnittlich 1778 mm Niederschlag (zum Vergleich: Münster 758 mm jährlich). Während des Nordostmonsuns ist es zwischen November und Februar trocken und relativ kühl, zwischen März und April dagegen feucht und heiß.
Bevölkerung Der weitaus größte Teil der 6 Millionen Einwohner lebt in Dörfern auf dem Land, regional sehr ungleichmäßig verteilt. Die Ebenen am Mekong und die Region um Vientiane (196.000 Einwohner) haben die höchste Bevölkerungsdichte, gefolgt von den Städten Pakse (88.000 Einwohner), Savannakhet (66.000 Einwohner) und Luang Prabang (48.000 Einwohner).
Die Bergregionen im Norden und Osten sind dagegen sehr dünn besiedelt.
Volksgruppen In Laos herrscht eine verwirrende ethnische Vielfalt. Die offizielle Einteilung der Regierung erscheint zwar pragmatisch, nennt nur vier Gruppen, gilt aber als fragwürdig. Danach leben die Lao Loum in den Ebenen und Städten und stellen 67% der Bevölkerung, die Lao Theung bewohnen die mittleren Höhen bis ca. 1000m und umfassen 22%. Sie sollen die Urbevölkerung darstellen. Die Lao Soung schließlich bevölkern die Lagen oberhalb von 1000m und die am schwersten zugänglichen Gebiete; sie stellen etwa 10% der Gesamteinwohner.
Eine wissenschaftlich seriöse Kategorisierung legt linguistische Kriterien zugrunde und ergibt ein ungleich vielschichtigeres Bild. Danach gibt es über 130 ethnische Gruppen, die sich in 4 Sprachfamilien aufteilen lassen:
1. Die Thai-Familie Sie besteht aus 26 ethnischen Untergruppen und ist mit ca. 60% der Gesamtbevölkerung die wichtigste Familie. Ursprünglich aus Südchina und Nordvietnam stammend, sollen sie aufgrund von Konflikten mit rivalisierenden Gruppen nach Laos eingewandert sein. Sie leben vorzugsweise in relativ großen Dörfern in Holzhäusern auf Pfählen, die sie nahe der Straßen und Flüsse bauen sowie in Städten. Ihre Teilhabe an der nationalen Politik und Wirtschaft ist entsprechend hoch. Beispiel: die Yan.
2. Die austroasiatische Familie Sie ist zwar nur mit 36% an der Gesamtbevölkerung beteiligt, verfügt aber mit 59 ethnischen Untergruppen über die größte Vielfalt aller Sprachfamilien. Ihre Häuser stehen auf Pfählen, die Religion ist animistisch geprägt. Beispiel: die Khmu.
3. Die Miao-Yao Familie Sie ist mit nur vier Ethnien die kleinste der Sprachfamilien. Ihre Vertreter haben einen Bevölkerungsanteil von 6-12%, die Häuser stehen auf dem Boden, in Dörfern zwischen 800 und 1500m. Die Einwanderung der Miao-Yao fand erst zwischen 1810 und 1900 von China aus statt. Sie sind ebenfalls Animisten und betreiben neben Jagd und Ackerbau auch den Anbau von Opium. Beispiel: die Hmong.
4. Die Tibeto-Burman Familie Sie hat einen Anteil von etwa 3% an der Gesamtbevölkerung, teilt sich aber in 33 ethnische Minderheiten auf. Über sie ist den übrigen Laoten kaum etwas bekannt, da sie in abgelegenen Regionen des bergigen Norden in hohen Lagen leben. Zu Ihnen zählen die Akha, eine Gruppe, die sehr auf Eigenständigkeit und Bewahrung ihrer animistischen Kultur und ihres differenzierten Verhaltenskodex bedacht ist.
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Sprache und Schrift Entsprechend der ethnischen Vielfalt zeigt auch die Sprachenlandschaft ein buntes Bild: zwischen 70 und 120 verschiedene Sprachen soll es geben (örtliche Dialekte nicht mitgezählt!).
Die Amtssprache ist laotisch, eine tonale Sprache mit großer Ähnlichkeit zum Thai (Thai und Laoten können sich ohne Probleme verständigen). Etwa 2 Millionen Einwohner sprechen laotisch als ihre Muttersprache, es ist die Verständigungssprache zwischen den nichtlaotischen Volksgruppen im Land. Die Regierung unternimmt Anstrengungen, laotisch als allgemeine Verkehrssprache zu verbreiten und wird dabei von den Medien und der zunehmenden Migration in die Städte unterstützt.
Thai und Vietnamesisch sind die wichtigsten Fremdsprachen im Land (jeder Fernsehsender sendet Beiträge aus Thailand). Entlang der Grenze zu Vietnam ist vietnamesisch als Handelssprache von Bedeutung; daneben existieren zahlreiche vietnamesische Gruppen in den Städten.
Religion Der Theravada-Buddhismus ist in Laos die vorherrschende Glaubensrichtung. Diese Variante des Buddhismus bezieht sich auf die ältesten überlieferten Schriften und geht auf die Lehrreden der Mönche zurück, die Buddha noch persönlich erlebt haben. Von Sri Lanka aus erreichte der Theravada zunächst Myanmar und um das Jahr 800 auch Laos.
In Laos durchzieht die Religion alle Aspekte des Alltags und ist eine gelebte Lebensphilosophie. Bezeichnend für den Grad der Verwurzelung im Leben der Laoten ist, das es nach wie vor ein weit verbreiteter Brauch ist, als Jugendlicher oder junger Mann eine Weile als „Mönch auf Zeit“ in einem Kloster nach mehr oder weniger strengen Regeln zu leben, zu denen auch der allmorgendliche Bettelgang gehört. Die sozialistische Regierung fördert inzwischen wieder die Kultur von Tempeln und Klöstern.
Daneben gibt es die Religionsformen der verschiedenen Ethnien, die häufig formell zum Buddhismus übergetreten sind, weil Animismus in Laos allgemein als „rückschrittlich“ angesehen wird. Das hindert diese Gruppen aber nicht an der Beibehaltung ihrer spezifischen Formen der Religion, wie Ahnenkult, Geisterglauben und Verehrung von Naturgottheiten.
In den Städten gibt es kleinere Gruppen von Moslems und Anhänger diverser vietnamesischer und chinesischer Sekten sowie christlicher Glaubensrichtungen.
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Geschichte im Überblick Erste menschliche Aktivitäten auf dem Gebiet des heutigen Laos: vor ca. 40.000 Jahren
14. Jahrhundert:
| König Fa Ngum gründet das Reich Lan Xang („Reich der Millionen Elefanten”). Es beinhaltete das heutige Laos, Nordthailand und Myanmar. | 18. Jahrhundert:
| Das Lan Xang Reich zerfällt in drei sich bekämpfende Dynastien: Vientiane, Champasak und Luang Prabang. Siam (heute Thailand) bringt diese Dynastien schließlich unter seine Oberhoheit. | ab ca. 1850
| Die Franzosen werden die stärkste Kolonialmacht in Südostasien.
| 1893:
| Frankreich erobert das Westufer des Mekong, diktiert Siam den Flussverlauf als Grenze und verleibt sich das heutige Laos als „Protektorat Laos“ in Französisch- Indochina ein. Eine wirtschaftliche Entwicklung unterbleibt. | 1930:
| Ho Chi Minh gründet die Kommunistische Partei Indochinas mit dem Ziel, die Franzosen zu vertreiben.
| Zweiter Weltkrieg:
| Vorübergehende Besatzung durch die Japaner
| 12.10.1945:
| Unabhängigkeitserklärung von Laos, trotzdem erneuter Einfluss Frankreichs
| 19.7.1949
| Unterzeichnung des Französisch-Laotischen Vertrags, Laos wird unabhängiges Mitglied der Union Francaise. Es kommt zur Spaltung der laotischen Unabhängigkeitsbewegung („Lao Issara“), die USA gewinnen an Einfluss.
| 1953:
| Entscheidende Niederlage Frankreichs bei Dien Bien Phu
| 21.7.1954:
| Indochinakonferenz in Genf, Frankreich gibt sämtliche Ansprüche in Indochina auf, Laos erhält die vollständige Souveränität.
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Im Vietnamkrieg war Laos neutral. Das hinderte die USA nicht daran, das Land ohne Kriegserklärung neun Jahre lang täglich zu bombardieren und zivile Ziele aus der Luft zu bekämpfen. Der Grund: der Ho Chi Minh Pfad verlief zum Teil über laotisches Gebiet und stellte die Nachschubader des Vietkong dar.Über Laos wurden mehr Bomben abgeworfen, als während des Zweiten Weltkriegs über Deutschland und Japan zusammen! 2.12.1975:
| Der kommunistische Pathet Lao ruft die Demokratische Volksrepublik Laos aus, ca. 10% der Bevölkerung fliehen nach Thailand, Frankreich, in die USA und nach Australien.
| 1986:
| „Neuer ökonomischer Mechanismus“ – allmählicher Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft
| 14.8.1991:
| Erste Verfassung seit Machtübernahme der Kommunisten | 1997:
| Laos tritt der ASEAN bei (Association of South East Asian Nations) |
Verwaltungsstruktur Laos ist gegliedert in: 16 Provinzen
1 Präfektur (Kampheng Nakhon)
1 Sonderzone (Khetpiset)
140 Distrikte
11000 Gemeinden
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Wirtschaft Die laotische Handelsbilanz ist negativ. Die wichtigsten Exportgüter sind Stromenergie (aus Wasserkraftwerken), Holz, Kaffee und Zinn. Daneben werden Edelsteine, Gold, Kardamom, Leder und Häute ausgeführt.
Importgüter sind chemische Produkte, Maschinen, Kraftfahrzeuge, elektrische Anlagen, Stahl und Baumwolle. Die Importwaren stammen hauptsächlich aus China, Thailand, Japan und Singapur. Thailand, China und Japan sind auch die Abnehmer von laotischen Erzeugnissen und Rohstoffen.
In 2002 betrug das Bruttoinlandsprodukt 1,5 Mrd. Euro, das Pro-Kopf-Einkommen 275 Euro.
Das Wachstum des BIP während der letzten Jahre von etwa 6-8% ist größtenteils der Landwirtschaft, dem Export von Strom und Holz sowie ausländischer Entwicklungshilfe geschuldet.
Nach wie vor ist Laos ein Agrarstaat; über 80% der Bevölkerung verdienen in der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt. Dies geschieht inzwischen vollständig auf privater Basis und in den meisten Familien subsistenzwirtschaftlich, d.h. die Menschen leben von der Hand in den Mund.
Das mit Abstand wichtigste Anbauprodukt ist Reis in verschiedenen Formen (etwa 3500 bekannte Sorten, in Laos der gebräuchlichste ist Klebreis). Daneben werden Mais, Yams, Bohnen, Erdnüsse, Kartoffeln, Zucker, Kaffee und Tee angebaut. Weil in den abgelegeneren Gebieten weder Kunstdünger noch Bewässerung zum Einsatz kommen, sind die Erträge deutlich niedriger als in den benachbarten Ländern.
Viehzucht spielt nur im familiären Rahmen eine Rolle, hätte aber ein enormes Wachstumspotential bei entsprechender veterinärmedizinischer Betreuung.
Infrastruktur Hier liegt wohl das Haupthemmnis für eine zügige Entwicklung: Laos verfügt nur über ein äußerst dürftiges Straßennetz und über keine Eisenbahn. Zwar wird mit Nachdruck und ausländischer Hilfe daran gebaut, aber es dürfte noch Jahre dauern, bis auch die letzten Winkel des Landes Kraftfahrzeugen zugänglich sind. Derzeit sind die meisten noch unbefestigten Verbindungen während der Regenzeit häufig für längere Zeit völlig unpassierbar. Die Hauptverkehrsadern sind nach wie vor die großen Flüsse des Landes, wie der Mekong, der Nam Ou, der Nam Tha, Nam Kha, Nam Hgur und Se Don.
Es gibt im Land drei internationale Flughäfen: Vientiane VTE, Luang Prabang LPQ und Pakse PKZ mit Verbindungen nach Thailand, Vietnam, Kambodscha, China und Malaysia. Die laotische Fluglinie heißt „Lao Airlines“ (vormals “Lao Aviation”).
Am Ausbau des Telefon- und Internetsystems wird intensiv gearbeitet; zur Zeit sind lediglich die Regionen um die größeren Orte einigermaßen gut erreichbar.
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Gesundheit Das laotische Gesundheitssystem steckt noch in den Anfängen. Die Versorgung der ländlichen Regionen (also fast von ganz Laos) ist sehr schlecht, auf einen Arzt kommen fast 5500 Einwohner. Der Staat stellt – rechnerisch – pro 389 Einwohner ein Krankenhausbett zur Verfügung, die Versorgung mit Medikamenten und sterilem Verbandsmaterial ist aber mangelhaft bis nicht vorhanden. Einrichtungen zur mobilen Gesundheitsfürsorge sollen diese Lücken schließen. Wir versuchen, mit Sachspenden und Informationen zur Gesundheitserziehung in den Dörfern unseres Zielgebiets hier einen bescheidenen Beitrag zur Verbesserung der Lage zu leisten.
Tourismus
Auch hier hat die mangelhafte Infrastruktur die Entwicklung eines Massentourismus bisher verhindert – wohl zum Glück. Laos ist derzeit für Pauschalurlauber nicht attraktiv, es gibt zu wenig Unterkünfte und kaum englisch sprechendes Personal. Die Touristen, die heute Laos besuchen, lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: zum einen sind es Kulturtouristen, oft mit einem persönlichen Bezug zur französischen Kolonialzeit. Diese Besucher fliegen in der Regel nach Vientiane, besichtigen dort innerhalb weniger Tage die Kultursehenswürdigkeiten, um dann weiterzufliegen nach Luang Prabang. Hier bleiben sie ebenfalls nur kurze Zeit, besichtigen die maßgeblichen Tempel und das Nationalmuseum. Zum Pflichtprogramm gehört auch ein Halbtagesausflug mit dem Boot zur Höhle von Pak Ou (Buddhastatuen); wenn dann noch ein Wasserfall besichtigt wird, war es schon ein sehr volles Programm.
Diese Art Tourist gehört im allgemeinen zur Mittelschicht, ist leidlich gebildet, gibt relativ viel Geld aus und bewegt sich entlang organisierter Routen.
Die „Backpacker“ stellen die zweite Gruppe. Sie sind meist zwischen 18 und 30 Jahre alt, reisen allein oder zu zweit und kommen aus Übersee (Israel, Europa, USA und Australien). Auch sie sind – zumindest für lokale Standards – finanziell gut ausgestattet. Da sie aber über wesentlich mehr Zeit für ihre Reise verfügen (oft mehrere Monate) und neben Laos noch andere Länder der Region besuchen, fallen ihre Tagesausgaben gering aus. (häufig ist zu beobachten, dass solche Leute mit Bootsleuten oder Marktfrauen erbittert um einige Kip feilschen, um abends den Wochenlohn eines laotischen Arbeiters beim Bier umzusetzen...)
Backpacker zeichnen sich daneben durch eine große Eindringtiefe in die besuchten Regionen aus; immer auf der Suche nach dem Ursprünglichen abseits der ausgetretenen touristischen Trampelpfade („Touristen“ sind für sie die anderen), trifft man sie selbst in den abgelegensten Dörfern. Dort sind sie die Attraktion, können sich zwar nicht mit den Bewohnern verständigen, werden aber bestaunt ob ihrer Ausrüstung und oft bewirtet und beherbergt. Im nächsten Guesthouse wird das Dorf dann weiterempfohlen oder taucht bald als „Geheimtip“ im Lonely Planet auf – und ein Andrang setzt ein, dem das Dorf nicht gewachsen ist.
Unsere enge Zusammenarbeit mit „Lao Youth Travel“ birgt die Möglichkeit, dieser Entwicklung vorzubeugen. Singsamouths Firma hat in Absprache mit Dorfältesten erreicht, dass Besucher nur in vertretbaren Zahlen und angemessenen Abständen Bergdörfer besuchen – und das auch nur in Begleitung eines geschulten Führers. Dieser sorgt dafür, dass Verhaltensregeln, die den Besuchern sonst gar nicht bekannt wären, befolgt und bestimmte religiös bedingte Tabus nicht verletzt werden (so ist unbekleidetes Baden ein faux pas erster Ordnung) Der Führer spricht überdies englisch und kann in seiner Funktion als Übersetzer wenn schon nicht zu einem Verstehen, so doch wenigstens zu einer Verständigung beitragen.
Alle Besucher werden auch über die katastrophale Bildungssituation informiert und mit den Zielen der „Bambusschule“ vertraut gemacht. Ein Appell an Ort und Stelle und in Angesicht der Verhältnisse führt fast immer zu einer spontanen Spende, manchmal sogar zu einer Unterstützung des Vereins auf Dauer.
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