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Noch tief in der Komfort-Zone: Mittagsmahl auf dem Privatboot nach Pak Beng
Zwar ist keine Reise wie die andere und auch von dieser gäbe es einige amüsante Erlebnisse zu berichten - vor allem im zwischenmenschlichen Bereich fördern Touren unter erschwerten Bedingungen ja immer wieder Interessantes zutage...Da wir allerdings dem bewährten Verlauf des Vorjahres gefolgt sind und der bereits ausführlich gewürdigt wurde (vgl. Herbst 2008); beschränken wir uns an dieser Stelle auf die Schilderung der Höhepunkte. Ein solcher war wieder einmal der Besuch in „unserem" Dorf Ban Houay Lor (das liegt immerhin auf gut 1200m Höhe...). Hier hat sich inzwischen einiges getan: Singsamouths Agentur „Lao Youth Travel" ist ja neben dem Dorf beteiligt an einem Projekt zur Förderung des Ökotourismus und hat mit Unterstützung des Deutschen Entwicklungsdienstes DED eine entsprechende Infrastruktur geschaffen. Aus diesem Grund begleiteten uns auch zwei Mitarbeiterinnen des DED aus Vientiane und ihr laotischer Counterpart, Herr Bolisath. Fünf Bungalows wurden gebaut und jeweils mit Matratzen und Moskitonetzen ausgestattet, dazu eine Kochhütte errichtet. Ein überdachtes „Restaurant" bietet Schattenplätze für die Mahlzeiten, zum Schreiben und Lesen oder auch nur zum erholsamen Sitzen - mit Blick auf das Dorfgeschehen. Das Ganze wurde gebaut mit Materialien aus der unmittelbaren Umgebung, hauptsächlich Bambus, und bietet ein sehr harmonisches Gesamtbild. Wasserbüffel, Schweine und Hühner werden mittels eines Bambuszauns von der Teilnahme ausgeschlossen.
Von links: Restaurant, Küchenhütte, Bungalows
Das Restaurant bietet 15 Personen Platz
Dem Dorf geht es natürlich weniger um das harmonische Gesamtbild als um eine Einnahmequelle aus den Besuchen von Touristengruppen. Dieses Geschäft wird exklusiv und damit auch kontrolliert von Lao Youth Travel betrieben; die ersten Erfahrungen sind vielversprechend; eine ausführliche Evaluation des Projektes wurde von Anja Weichert und Chris Cooper eingeleitet und soll über die nächsten Jahre fortgesetzt werden. Unsere Gruppe wurde bereits erwartet, nicht zuletzt wegen der mitgebrachten Photos vom letzten Jahr, aber auch, weil wir angekündigt hatten, ein Schwein zu spendieren und das Dorf dazu einzuladen. Dergleichen Exzesse finden hier nur zu besonderen Feiertagen statt, entsprechend hoch ist die Beteiligung. Singsamouth hatte angeregt, den Touris doch auch lokale Erzeugnisse zum Kauf anzubieten, und so werden auf einem Tisch die Früchte der Saison ausgestellt: Gurken, Bambussprossen, kleine und sehr leckere Bananen, Papayas, Gurken, Bohnen, Süßkartoffeln und immer wieder Gurken...
Zu kaufen: Gemüse der Saison
Einige Khmu des Nachbardorfes haben gewohnt geschäftstüchtig wieder Bier und M-150 (der Prototyp von Red Bull) aus Hatsa herangeschafft und verkaufen es mit Aufschlag - sehr zu aller Zufriedenheit! Die Zufriedenheit erfährt am nächsten Tag einen Dämpfer! Auf unserem Weg ins Nachbardorf Ban Kong Muan inspizieren wir natürlich auch unsere erste Schule - und sind erschreckt über ihren Zustand: An zwei Stellen fehlen Bretter, zwei Türen sind in schlechtem Zustand und eine Wand erscheint bedenklich locker!
Eine unbeabsichtigte "Katzenklappe"?
Auf unsere Nachfragen stellt sich heraus, dass anscheinend die Verantwortlichkeit für die Instandhaltung nicht ganz klar war - ist das nun Aufgabe der Lehrer oder des Dorfes? Wir bringen jedenfalls sehr deutlich unsere Enttäuschung und Verärgerung zum Ausdruck und auch, dass wir erwarten, die Schäden umgehend zu beseitigen. Singsamouth meint, wenn dergleichen nicht bis in die letzte Kleinigkeit konkret bestimmten Personen übertragen werde, passiere so etwas. Wir werden die Entwicklung jedenfalls sehr genau verfolgen... Das benachbarte Khmudorf Ban Kong Muan ist auch am Ökotourismus beteiligt - hier steht „Homestay" auf dem Programm und das Angebot von Kursen in landestypischer Kochkunst; auch hier gibt es jetzt ein „Restaurant", ebenfalls auf Pfählen und mit einer grandiosen Aussicht:
Unverbaubare Hanglage:Blick vom Restaurant in Ban Kong Muan
Im letzten Jahr war der von uns gestiftete Pokal im Schleuderschießen in dieses Dorf gegangen und so wird jetzt hier der diesjährige Wettkampf ausgetragen. Ein Weltempfänger, ein nepalesisches (!) Allzweckmesser und eine LED-Lampe sind die Preise, um welche nun unter den Männern des Dorfes, von Ban Houay Lor, der Bambusschule und des DED ein anhaltendes Ringen entbrennt. Der Sieger, Herr Bolisath vom DED, zeigt dem Landvolk letztlich, dass der wahre Laote auch in der Hauptstadt den früh gelernten Umgang mit dem Schleudergummi nicht verlernt.
Nach hartem Kampf: Drei zufriedene Sieger!
Unser Pokal ziert jetzt also ein Büro in Vientiane, soll aber für den nächsten Wettkampf wieder an den Nam Ou geschafft werden. Immerhin bleiben der Weltempfänger und die Lampe auf dem Land... Abends dann das Highlight: PARTY! Die bereits bekannte und berüchtigte Beschallungsanlage wird aufgebaut, unser aller Führer Muen mutiert zum Conferencier und ab da ist es vorbei mit der beschaulichen Stille im Dorf! War es doch Muen gelungen, zur hoffnungslosen Übersteuerung des Verstärkers auch noch die Echotaste zu aktivieren und so werden die „La-la-la-dies and gen-gen-gentlemen!" nachdrücklich zum laotischen Reihentanz aufgefordert. Unnötig zu sagen, dass alles reichlich mit Bier und LaoLao angefeuert wird und alle ihr Bestes geben...(„Der Beamte im Ausland...!") Am nächsten Tag geht es bergab, vier Stunden durch Feld und Wald nach Ban Pak Boud am Nam Ou. Nach intensiven Bemühungen der Reiseleitung hat es dann doch noch geklappt: Endlich mal einen Tag Regen! Der sanfte anhaltende Niederschlag verleiht diesem Streckenabschnitt in Verbindung mit dem feinkörnigen Lehm des Trampelpfades und dessen starker Abschüssigkeit eine besondere Erlebnisintensität, die im nachhinein keiner vermissen will...
Von nun an geht`s bergab:Zwei Pädagoginnen auf dem Weg nach unten...
Solche Waden machen vor nichts halt!
Der Fluss ist das Ziel: Am Nam Ou wartet unser Boot
Jahreszeitlich bedingt waren diesmal die Blutegel stark in der Minderzahl. Am Nam Ou wartet eine lang erwartete "Dame" auf uns: Die „Bamboo Naga", das vom Verein, dem DED und Lao Youth Travel finanzierte Schiff, ist mit seinem Innenausbau aus Teak (Plantagenholz) tatsächlich das schönste Boot auf dem Nam Ou!
17 Meter lang, aus Teak und Stahl: Die "Bamboo Naga" sucht ihresgleichen
Eine Königskobra als Gallionsfigur: Da kann nichts schiefgehen!
Hier ist sein Revier: Captain Say am Steuer
Auf bequemen Stühlen sitzend geht es flussabwärts zunächst nach Hatsa, für letzte Aufnahmen des Baufortschritts am Boardinghouse.
Die fast fertige Drei-Kammer-Toilette, im Hintergrund die Kochhütten der Kinder
Auf diesen Feuerstellen kochen sich die Kinder ihre Mahlzeiten!
Eine Bootsstunde später erreichen wir Ban Phonsanah. Es ist spät am Nachmittag und wir schlagen unsere Zelte auf der Sandbank am Fluss auf.
Gegen Abend machen wir uns auf ins Dorf, sehr gespannt, hier soll schließlich am nächsten Morgen die Einweihung der neuen Schule stattfinden! Und es scheint zu klappen, die Schule steht! Zwar fehlen noch einige Abschluss-arbeiten, aber das ist eher Kosmetik, der erste Unterricht hat auch bereits schon stattgefunden. Hier endlich treffen wir auch auf Simon, unseren wackeren Tischlergesellen aus Kalkriese bei Osnabrück. Seit August macht sich der brave Handwerksmann hier an vorderster Front um den Verein verdient und scheut vor nichts zurück „Hund, Käfer, Spinnen, Larven, Fledermäuse und einiges, was ich gar nicht kannte!" - so seine Antwort auf die Frage, was er denn so zu essen bekäme. Alles sei soweit ok, meint er, nur das Wasser aus dem Fluss habe ihn wiederholt „umgeworfen"...Oh du unbekümmerte Jugend! Zusammen mit einigen Männern aus dem Dorf hat Simon an der Schule gearbeitet, vom Kiesholen aus dem Bach bis zum Dachdecken sei alles dabei gewesen.
Die alte "Schule" in Ban Phonsanah, Zustand nach Sturm
Die Fundamente sind gegossen
Der Ritter des rechten Winkels: Simon hat alles im Griff!
Der fast fertige Rohbau...
...nur noch wenige Wochen bis zur Einweihung!
Geschafft - die Schule ist fertig!
Hier wird Handarbeit großgeschrieben, da macht Simon als Herr über die beachtliche Werkzeugausrüstung (gestiftet von Kötter und Siefker, Osnabrück!) großen Eindruck. „Und nach Feierabend, was machst du dann"? „Hier geht nur Saufen, leider!" meint er. An dem anerkennenden Umgangston zwischen den Dorfleuten und Simon erkennen wir, dass er sich auch in der Freizeit wohl nicht schont... Wir treffen hier auch endlich wieder auf Ruth und ihre Mutter Petra. Ruth, nach Anja unsere Frau in Luang Prabang, war an Dengue Fieber erkrankt, hatte auf die Wanderungen der letzten Tage verzichtet und mit Mama eine Pancake-Kur in Muang Ngoi eingelegt. Wir erfahren, dass schon am Nachmittag mit unserem Eintreffen gerechnet worden war und die Schülerinnen und Schüler bereits einige Stunden in der Sonne Spalier gestanden hatten...dann wird das Morgen ja bestimmt reibungslos funktionieren. Wir beschließen den Abend mit einem guten Essen und reichlich Bier. Der nächste Tag ist der letzte im Leben eines jungen Bullen. Der Morgennebel hat sich gerade gelichtet, da machen sich sechs Männer daran, das Tier mittels mehrerer Seile zu Fall zu bringen, immer in gebührendem Respekt vor den Hörnern.
Einmal am Boden, werfen sie sich auf ihn und fixieren seinen Hals mit einem Holzbalken.
Die Details lasse ich hier weg, irgendwann ist der Bulle tot, der Rest bekannt.
Heute ist der Tag des guten Schuhwerks, der gebügelten Hose und des sauberen Hemdes, die Zeit für die besten Röcke und Blusen, die Gelegenheit für die Goldkette: Schließlich schicken beide Republiken ihre Vertreter ins Dorf! Kein Patriot, der jetzt Sandalen trägt! Doch noch ist es nicht soweit. Big Brother Mouse, unser Partner bei der Versorgung der Schulen mit Büchern, hat bereits seine Tische aufgebaut und wird von Scharen von Kindern umzingelt.
Alles hat seine Ordnung: Jedes Kind bekommt sein persönliches Buchpaket
Für die Würdenträger und VIPs des Tages hat man ein Zeltdach gebaut, das Volk und die Schulkinder dürfen derweil ein Sonnenbad nehmen.
Die Ehrengäste sitzen im Schatten, die Kinder stehen in der Sonne...
Im Rücken der Ehrenreihe weigert sich das Portrait des Staatspräsidenten beharrlich, mittels Klebestreifen vom Fall bewahrt zu werden; letztlich gelingt doch die Fixierung und die Verantwortlichen sind sichtlich erleichtert.
Immer dabei: Der Staatspräsident
Letzte Kommandos werden gerufen, die Kinder nehmen ihre Spalierformation ein und beginnen, rhytmisch zu klatschen.
"Komm du mal nach vorne!" Der Lehrer ordnet seine Schüler nach Größe
Mama prüft den Sitz der Schuluniform
Das Spalier steht, es darf geklatscht werden!
Und dann kommt er schließlich! Gemessenen Schrittes, ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht, die allgemeine Aufmerksamkeit sichtlich genießend, schreitet er das Spalier ab: Nein, es ist weder Gouverneur noch Botschafter - es ist Eana, das "Mädchen für alles", er, der immer von jedem herumkommandiert wird, weil er auf der Leiter ganz unten steht, Eana sollte die Raketen holen und die trägt er jetzt stolz vor sich her. Wir applaudieren.
Sein großer Auftritt: Eana als Träger der Raketen
Das tun wir auch, als es dann ernst wird und die Ehrengäste schließlich würdevoll den Hügel hinaufkommen: Konsulatssekretär Erster Klasse Fred Blank (mit Gattin Isabella), Vizegouverneur Bounpheng, der Chef der Schulverwaltung, der Tourismuschef, der Polizeichef und - Vilay, der Seniorchef von Lao Youth Travel und ohne Zweifel der Mann, der in Laos alle kennt, die irgendeine Bedeutung haben.
Empfang mit zivilen Ehren: Die Prozession der Gäste
Die Sitzordnung unter all den Chefs ist genau festgelegt, das Protokoll der Redefolge auch: Der Vizegouverneur, sichtlich gut gelaunt, hält die erste Rede, voll des Dankes an die Bambusschule. Fred Blank übermittelt die Grüße von Botschafter Dr.Peter Wienand und, ganz Diplomat, bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, die Schule möge sich einer guten Erhaltung und Wertschätzung durch Dorf und Verwaltung erfreuen.
Letzte Absprachen: Wer sagt was und wann?
Danach sage ich noch etwas Grundsätzliches zur Bedeutung von Bildung im Allgemeinen und bei laotischen Dorfkindern im Besonderen...
... zuletzt gemahnt mich ein Blick der zweiten Vorsitzenden daran, rechtzeitig die Kurve zu kriegen und schließlich übergibt Vizegouverneur Bounpheng die Schule offiziell an die Schulverwaltung - alle klatschen und stehen entspannt auf. Bis auf Singsamouth, der hat als Übersetzer allen Staatstragenden die ganze Zeit sowieso gestanden... Das Weltliche der Feier nun hinter uns gebracht, naht jetzt der spirituelle Höhepunkt: Die Basi-Zeremonie! In einem der Klassenräume ist bereits alles vorbereitet: Den Mittelpunkt bildet ein gekochter Schweinekopf mit aufgerissenem Rachen, garniert mit Bananen, Keksen, Bonbons und gelben Ringelblumen. Von dünnen Bambusstäben hängen Mengen weißer Baumwollfäden wartend herab.
Keine Einweihung geht ohne sie: Die Basi-Zeremonie
Wir sitzen in mehreren Kreisen ums tote Schwein, die Würdenträger und VIPs natürlich in vorderster Reihe. Jeder berührt den Gabenteller mit einer Hand, die Hinteren fassen zumindest ihren Vordermann an, einzig Henning wurde Dispens erteilt: Er filmt.
Alle verbinden sich mit dem Gabentisch in der Mitte
Der diensthabende Schamane stimmt seine Rezitation an, bei passenden Stellen führen alle den klassischen Gruß aus (Nop) - die Temperatur im Raum steigt, die ersten suchen allmählich nach einer anderen Sitzposition. Nach Ende des Rezitativs dann plötzliche Aktivität: Frauen und Männer aus der besseren Gesellschaft des Dorfes rutschen auf Knien umher und binden jedem/jeder von uns besagte Baumwollfäden um die ausgestreckten Handgelenke.
Jedes Band ist mit einem Segenswunsch verbunden -
- besonders bei Amtspersonen...
Wir haben schon -zig Basi-Zeremonien erlebt - allein auf dieser Reise ist dies die vierte - aber selbst hartgesottene Rationalisten werden immer wieder angerührt von der bei aller Nonchalance deutlichen Ernsthaftigkeit der Menschen. Nachdem wir alle unsere Pulswärmer haben, wird das Buffet eröffnet: Die Honoratioren bieten uns die vermeintlich besten Stücke des Schweinekopfes an, dazu gibt es Klebreis und natürlich kreist immer wieder die Flasche mit Lao Lao.
Kein Bier: Hier wird Lao Lao für das Abfüllen eingefüllt
Ich bin mir mit Fred Blank von unserer Botschaft einig: Was wir hier auch tun, wir tun es auch für Deutschland - also keine Schwäche zeigen und bei allem kräftig zulangen! Herr Blank erklärt mir auch, was auf Lao heißt: „Einen kleinen nehme ich noch!" - ein Satz, der uns viel Wohlwollen und noch mehr Schnaps einbringt...
Schließlich ist auch dieses Mahl zu Ende, man bringt die Wasserschüssel für die Hände und ein Handtuch für alle macht die Runde.
Auch das verbindet: Ein Handtuch für alle!
Wieder draußen, gilt es noch, einen letzten formalen Akt zu vollbringen. Fred hat ein Schild mitgebracht, das die deutsch-laotische Zusammenarbeit zum Ausdruck bringt, das soll jetzt an die Schultür geschraubt werden. Allerdings lassen sich auf die Schnelle keine Schrauben finden, also wird erst mal provisorisch genagelt. „We can screw later!" tönt es aus dem Hintergrund; dazu schlagen Vizegouverneur Bounpheng und Fred Blank dann gekonnt die Nägel ins Teakolz (Plantagenanbau).
Die Deutsch-Laotische Zusammenarbeit wird an die Tür genagelt...
...und für die Presse aufs Bild gebannt
Während die Würdenträger und die DED'ler sich auf den Heimweg machen, verweilen wir noch ein wenig, lassen uns von Simon seine Wohnstätte zeigen (Zelt) und die Bedingungen erläutern, unter denen er hier die letzten Wochen gearbeitet hat („Keine Nacht richtig ausgeschlafen! Dauernd dieses Hundegebell, dann die Hähne und zwischendurch die blöden Kühe! Und immer so heiß!") Dabei noch das ungewohnte Essen, kaum Verständigungs-möglichkeiten und eingeschränkte Freizeitaktivitäten - wir ziehen den Hut vor dem jungen Tischler! Schließlich hätte er auch - als ausgezeichneter Geselle seines Jahrgangs - in der Heimat einen sicheren Arbeitsplatz antreten können... Solche Männer braucht das Land! Die Gruppe freut sich jetzt auf den in Aussicht gestellten Reisetag mit „Urlaubscharakter" und genießt die Fahrt flussabwärts durch die Schluchten des Nam Ou...
...vorbei an Singsamouths Sandbank
Muang Ngoi begeistert unsere Leute mit Gästebungalows samt Spül WC, westlichem Essen und Cola - das alles eingebettet in eine phantastische Landschaft.
Der Hafen von Muang Ngoi
Blick flussaufwärts
Den nächsten Tag nutzen alle unterschiedlich, zu Restaurationen an Körper und Kleidung, ausführlichem Marktgang oder einem Besuch der Höhle; Andrea und Jochem tauschen auf der Terrasse über dem Fluss Erinnerungen an jeweilige Ruhrpotterlebnisse aus.
Frühstück mit Flusspanorama: Die Terrasse vom "Ning Ning Restaurant"
Die Vorsitzenden der Bambusschule fahren derweil mit Say, Mouth, Ruth und Simon eine gute Stunde flussaufwärts nach Ban Sopking, einem großen Dorf mit Khmu- und Lao Loum-Bevölkerung.
Say bildet den Nachwuchs aus
Am autofreien Sonntag wird die Ernte auf der Dorfstraße getrocknet
Dorfidyll in Ban Sopking
Leider ohne Mönche: Der Tempel in Ban Sopking
Hier, so hatte uns der Vizegouverneur bedeutet, wäre dringend eine weiterführende Schule nötig. Das Einzugsgebiet beschreibt die Region zwischen Muang Kua im Norden (schon in der Provinz Phongsaly) und Muang Ngoi im Süden, mit vielen Dörfern dazwischen. Eine neue Grundschule hat das Dorf schon; im letzten Jahre hat „World Vision Hongkong" eine sehr großzügige Schule gebaut:
Direkt daneben wäre ein gut geeignetes Grundstück für das Gymnasium:
Auf dem Gelände hinter dem Zaun wäre Platz für das Gymnasium...
Wir inspizieren die Verhältnisse genau und stellen erste Kalkulationen an. Dem Distrikt liegt sehr viel an dieser Schule; die Pläne und Genehmigungen lägen bereits vor und wenn wir zum Bau bereit wären, würde er, der Vizegouverneur, für die Lehrer garantieren. Das werden wir uns in dem Fall mal schriftlich geben lassen... Zurück in Muang Ngoi werden wir - per Karte im Couvert! - zu einer Hochzeitsfeier eingeladen: Lan, ein Mitarbeiter von Singsamouth, feiert auf der Dorfstraße mit üppigem Essen und Trinken. Halb Muang Ngoi scheint vertreten zu sein und wir bekommen die kompliziertesten Verwandschaftsverhältnisse - auch dorfübergreifende - erklärt. Peng aus Hatsa ist auch zugegen, als Cousine eines Schwagers der Braut...oder so ähnlich. Schon zum Essen spielt die Lifeband auf und wir geben beim Tanz wieder einmal alles - ein würdiger Abschluss einer gelungenen Reise! Nachtrag Die Rückfahrt nach Luang Prabang verlief nach Plan, die interessantesten Stromschnellen ließen sich gut paddeln...
... und in der Pak Ou Höhle waren noch alle Buddhas am Platz.
Alle Reisenden waren wohlauf, einzig der Schiffszimmermann zeigte eine auffallende Müdigkeit. Er habe auf der Feier eine nette Frau kennen gelernt, hieß es später; sehr „emanzipiert" sei sie gewesen....
Sok Di !!!
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